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Kartoffeln bevorzugen einen lockeren und abgetrockneten, warmen Boden. Sandböden und sandige Lehmböden sind also
besonders gut geeignet, wie auch z.B. schieferige oder anmoorige Böden, wenn für eine gleichmäßige Wasserversorgung ebenso wie
für Wasserabzug gesorgt ist. Die meisten Probleme bereiten schwere Böden mit einer Tendenz zu Staunässe. Sie können noch am ehesten
durch Umgraben im Herbst mit anschließender Frostgare oder entsprechend tiefwurzelnde Vorfrüchte kartoffeltauglich gemacht werden.
Langfristig ist immer der Aufbau eines humosen, lebendigen Bodens anzustreben, der eine stabile Krümmelstruktur aufweist und so dem
Verschlämmen und der Staunässe vorbeugt.
Generell sollten Kartoffeln nur alle 4 Jahre am gleichen Standort angebaut werden. Tomaten leiden jedoch unter denselben Krankheiten
und müssen deshalb bei der Fruchtfolge mit berücksichtigt werden. Bei der Düngung ist zu beachten, dass die Kartoffel zwar einen
nährstoffreichen Boden bevorzugt, aber empfindlich auf Überdüngung reagiert. Krankheitsanfälligkeit, Lagerung und Geschmack werden
nachteilig beeinflusst. Stallmist oder besser noch reifer Kompost werden möglichst bereits im Vorjahr in den Boden eingearbeitet. Eine
Kalkung ist nicht zu empfehlen, denn die Kartoffeln lieber eher einen sauren Boden. Zu Empfehlen ist eine Gründüngung als Vorfrucht.
Leguminosen (also Stickstoffsammler) wie Klee, Bohnen, Erbsen, Wicken oder Lupinen sind gut und können z.B. Mit Ölrettich gemischt ausgesät
werden. Zusammen reichern sie den Boden mit Stickstoff an, transportieren aus unteren Bodenschichten Nährstoffe nach oben und sorgen mit
der Durchwurzelung für einen lockeren und erosionsgeschützten Boden. Die Pflanzen frieren über Winter kaputt und lassen sich dann im
Frühjahr leicht einarbeiten.
Das Kartoffelpflanzgut sollte gut ausgewählt sein. Es sollte wenn möglich geprüftes Saatgut sein – mindestens jedoch von professionellen
Betrieben bezogen werden, die auch zertifiziertes Saatgut produzieren und damit Erfahrungen in der Selektion erkennbarer Krankheiten haben.
Wichtig ist auch, dass die Kartoffeln nicht mit Keimhemmern behandelt wurden. Dies lässt sich am einfachsten durch den Bezug aus kontrolliert
biologischem Anbau gewährleisten, in dem diese chemischen Mittel nicht zugelassen sind. Kleinere Pflanzkartoffeln mit weniger Augen setzen
insgesamt weniger Kartoffeln an und empfehlen sich bei ertragsschwächeren Sorten um später nicht zu viele kleine Knollen zu ernten.
Das Halbieren von größeren Kartoffeln um die Augen herum sollte rechtzeitig vor dem Keimen bei 10 Grad Celsius durchgeführt werden, damit
die Wunde verkorkt und geschützt ist.
Bei der Sortenwahl ist zudem auf gewünschte Kocheigenschaften und Erntezeitpunkt zu achten, wobei Klima und Anbau beides beeinflussen. Gerade
ältere Kartoffelsorten bieten eine heute kaum noch bekannte Geschmacksvielfalt. Wird der Boden zurückhaltend und vorwiegend organisch gedüngt,
so bleiben die Erträge zwar niedriger, aber die Kartoffeln werden in der Regel ein stärkeres Eigenaroma entwickeln und sich auf der Suche nach
Nährstoffen aktiv mehr von den Aromaqualitäten des Bodens aneignen. Wie beim Wein ist der Vielfalt an Konsistenzen und Aromen keine Grenze
gesetzt, wenn man die Pflanzen nicht mit Kunstdünger quasi „direkt ernährt“, sondern Boden und Pflanzen pflegt und verlebendigt, dass Aromen
sich optimal entwickeln können und erschlossen werden. Gerade Grenzlagen, bringen so oft die Spitzenqualitäten hervor.
Es empfiehlt sich zudem die Setzkartoffeln ca. 4 Wochen vor dem Pflanzen vorzukeimen, wodurch die Kartoffeln einen Vegetationsvorsprung von ca. 2 Wochen
haben. Sie haben nach Einsetzen der Krautfäule dickere Knollen als die nicht Vorgekeimten. Die Knollen können im Gewächshaus oder in kleineren
Mengen auf der Fensterbank bei ca. 15 Grad Celsius vorgekeimt werden. Hierbei werden die Keime grün und dick und brechen beim Pflanzen nicht so
leicht ab.
Zum Pflanzen brauchen die Kartoffeln im Frühjahr (je nach Temperatur und Frostgefahr Ende März bis Anfang Mai) einen abgetrockneten und lockeren
Boden mit einer Temperatur von Mindestens 7 Grad Celsius für vorgekeimte und 10 Grad Celsius für nicht vorgekeimte Kartoffeln. Dann werden die
Kartoffeln in einer Reihe etwa 7 cm tief (doppelte Knollendicke tief) und mit einem Abstand von 25 -40 cm (je nach Dicke der Knolle) mit dem Keim
nach oben gepflanzt. Der Abstand der Reihen sollte dann je nach Möglichkeit zwischen 60 und 70 cm liegen. Später je nach Entwicklung sollten die
Kartoffeln mehrmals etwas mit Erde angehäufelt werden, um die Tochterknollen durch das Sonnelicht nicht grün werden zu lassen. Gleichzeitig werden
die wild lebenden Ackerkräuter unterdrückt, was aber nach Bedarf mit der Handhacke unterstützt werden kann. Zwischen den Reihen können später z.B.
Bohnen oder andere Pflanzen gesät werde, dies kann fördernd für die Kartoffeln sein. Die Kartoffel braucht zum Wachsen ausreichend Wasser im Boden,
also in einem trockenen Sommer und je nach Standort eine Bewässerung.
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