Das gebirgige, dicht bewaldete
Hinterland der sagenumwobenen
Malabarküste Keralas gilt als Ursprungsland
des Pfeffers und wurde schon zur Zeit des römischen Reiches als Pfefferküste bezeichnet.
Der Dank frühzeitiger Schutzbemühungen hier noch weitestgehend urspünglich erhaltene Dschungel beherbergt inzwischen eines der schönsten und
artenreichsten Naturreservate Indiens. 2000 Pflanzenarten, über 320
Vogel- und 62 Säugetierarten kommen
darin vor, darunter einige dutzend der letzten frei lebenden Tiger.
Um der Zerstörung des Urwaldes durch Rodungen zu begegnen, wurden in den 80 er Jahren den hier beheimateteten Waldnomaden landwirtschaftliche Parzellen zugewiesen. Erst durch die erfolgreiche Kooperation mit ökologischen Initiativen in Europa und den USA gelang es jedoch den Landwirten ein auskömliches Einkommen zu sichern und damit dem nachhaltigen Schutz des Waldes auch zu einem echten Anliegen der Bevölkerung reifen zu lassen.
Rudolf Bühler, ehemaliger Entwicklungshelfer, Gründer und treibende Kraft auch der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, die sich um die Rettung der regionalen Schweinerasse Schwäbisch Hällesches Schwein verdient gemacht hat,
landete auf der Suche nach hochwertigen ökologischen Gewürzen für sein heimisches Schlachthaus hier an der indischen Pfefferküste. Bühler vermutete hier im Ursprungsbiet des Pfeffers alte Sorten, die sich besonders für den ökologischen Anbau eignen. Hervorragende Gewürze in ökologische Qualität zu finden ist nicht einfach. Heute wird der weltweite Pfeffermarkt von billigem Pfeffer aus Vietnam dominiert,
der unter Einsatz von Pestiziden
und Dünger aus schnell wachsenden
Hybridsorten erzeugt und
mit Bestrahlung durch radioaktives
Kobalt haltbar gemacht wird.
Im Jahr 2001 wurde dann bereits für die Vermarktung die Ecoland Herbs & Spices GmbH gegründet, die ihren Sitz in Wolpertshausen bei Schwäbisch Hall hat. Auf indischer Seite entstand die
Erzeugergemeinschaft „Natural
Harvest“. Mitten im Periyar-Tigerreservat werden nun Kräuter und Gewürze von außergewöhnlicher Qualität
und nach strengen ökologischen Richtlinien angebaut . Die ausschließlich
bäuerlichen Familienbetriebe und Kleinbauernkooperativen
sind durch Abnahmegarantien
abgesichert und bekommen einen Zuschlag
von 50 Prozent auf den Marktpreis. Angebaut werden neben den traditionellen Pfeffersorten „KARIMUNDA“ und DEVAMUNDA“ inzwischen auch Kardamom, Muskat, Nelken und Vanille.