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Slow Food Arche Passagiere Deutschland

Slow Food Deutschland e. V.
Luisenstraße 45
10117 Berlin
Deutschland

Tel.030 / 246 259 39
Webhttps://www.slowfood.de/biodiversitaet/die_arche_passagiere/
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Beschreibung
Das internationale Projekt "Arche des Geschmacks" der Slow Food Stiftung für Biodiversität schützt weltweit rund 1.700 regional wertvolle Lebensmittel, Nutztierarten und Kulturpflanzen vor dem Vergessen und Verschwinden, die unter den gegenwärtigen ökonomischen Bedingungen am Markt nicht bestehen oder "aus der Mode" gekommen sind. Mit dem Wissen, dass biologische Vielfalt regionale Wurzeln besitzt, bewahrt die "Arche des Geschmacks" das kulinarische Erbe der Regionen. Schwerpunkt der Arbeit ist das aktive Sammeln, Beschreiben, Katalogisieren und Bekanntmachen der Passagiere. Das Motto lautet: Essen, was man retten will! Denn: Was nicht gegessen wird, wird nicht nachgefragt, kann also nicht verkauft werden und wird deshalb nicht hergestellt. Die "Arche des Geschmacks" ist ein eingetragenes Warenzeichen von Slow Food International. Das Projekt wurde 1996 ins Leben gerufen, in Deutschland gibt es inzwischen über 50 Arche-Passagiere.

Um in die "Arche des Geschmacks" aufgenommen zu werden, müssen Passagiere folgende Kriterien erfüllen:

• Sie sind in der Existenz bedroht.

• Sie zeichnen sich aus durch einzigartige geschmackliche Qualität.

• Sie haben eine historisch überlieferte Bedeutung.

• Sie besitzen identitätsstiftenden Charakter für eine Region.

• Sie unterstützen die nachhaltige Entwicklung einer Region.

• Sie stammen aus artgerechter Haltung (Tiere).

• Sie sind frei von gentechnischer Veränderung.

• Die Produkte sind käuflich erwerbbar.

Mehrere der von Slow Food geförderten Lebensmittel haben inzwischen auch eine geschützte geografische Angabe oder eine geschützte Ursprungsbezeichnung der Europäischen Union erhalten. Beispiele aus Deutschland sind eine seltene, am Bodensee angebaute Zwiebelsorte - die Höri Bülle oder die Diepholzer Moorschnucke. Die Moorschnucke, auch Weiße Hornlose Heidschnucke genannt, ist eine lokale Schafrasse der Diepholzer Moorniederung. Da die Tiere eine vielfältige, vor allem aus Wildpflanzen bestehende Nahrung sowie viel Bewegung genießen, weist ihr Fleisch eine exzellente Struktur und dunkle Farbe auf. Gebraten bleibt es zart, gleichzeitig kommt sein würzig-vollaromatischer, wildbretartiger Geschmack besonders gut zum Ausdruck. Ursprünglich war die Schafhaltung für die Bauern in der Region nur ein geringer Zuerwerb und verlor langsam an Bedeutung. So war die Moorschnucke fast ausgestorben. Heute ist sie ein unverzichtbarer Partner bei der Renaturierung der Moore: die Schnucken halten die Landschaft offen und pflegen so einen Lebensraum für viele vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. (Text: Slow Food Deutschland)