Steirischer Kren g.g.A. - Weitere Informationen

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Beschreibung
Kren (Meerrettich) wurde schon in der Antike kultiviert. Er war 1500 v. Chr. in Ägypten bekannt und wurde traditionell beim jüdischen Pessach Seder verwendet. Cato der Ältere (234 - 149 v.Chr.) behandelt diese Pflanzen in seiner Abhandlung über die Agrikultur. Kren ist vermutlich die Pflanze, die Plinius der Ältere (23 v.Chr. - 79 n.Chr.) in seiner Naturalis Historia unter dem Namen Amoracia erwähnt und sie wegen ihrer medizinischen Qualitäten empfiehlt.

Kren ist vermutlich der wilde Rettich oder raphanos agrios der Griechen. Einer lokalen steirischen Legende zufolge entdeckte im 13. Jhdt. ein Bauer Namens Sarossa rein zufällig im Saßtal (Bezirk Feldbach) die medizinische Wirkung von Kren. Er beobachtete, dass sich sein Pferd durch das Ausgraben und Fressen von Kren von einer Krankheit erholte und er entdeckte hierauf diesen gesundheitlichen Effekt auch bei ihm selbst. Seither werden die Krenwurzeln lokal als Sarossa-Wurzeln bezeichnet.

Es ist bemerkenswert, dass in dieser Legende eine Beziehung zwischen Kren und Pferd besteht, da im Englischen Kren als „horseradish“ bezeichnet wird. Allerdings bedeutet, etymologisch gesehen, „horse“ nicht „Pferd“ sondern ist eine ehemals allgemeine figurative Bezeichnung für „stark, gross, grob".

Medizinische und kulinarische Anwendungen:

Meerrettich enthält Vitamin C, Vitamine B1, B2 und B6, Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Phosphor sowie flüchtige Öle wie Senföle, die antibiotisch wirken können. Das Senföl Allylisothiocynat ist für den stechenden und tränenreizenden Geruch des Krens verantwortlich.

In der Medizin ist die diuretische Wirkung von Kren bekannt. Die Wurzeln werden zur Behandlung kleinerer Gesundheitsprobleme, wie Harntraktinfektionen, Bronchitis, Nebenhöhlenverstopfung und Husten verwendet. Es wurden Bestandteile des Krens entdeckt, die einige Bakterienstämme abtöten.

Der gute Ruf des Steirischen Krens g.g.A. ist bereits seit ca. 140 Jahren bekannt. Der feldmäßige Anbau in der Steiermark entwickelte sich ab 1940 ausgehend vom Bezirk Radkersburg.

Unverarbeiteter Kren wird traditionellerweise im steirischen Krenanbaugebiet vor allem in Buschenschenken als Beigabe zu diversen Jausengerichten geschätzt.

Steirischer Kren g.g.A. wird traditionell im südlichem Teil der Steiermark in den Bezirken Radkersburg, Feldbach, Leibnitz, Deutschlandsberg, Voitsberg, Graz-Umgebung, Weiz, Hartberg und Fürstenfeld (Linie Hartberg - Weiz – Graz - Voitsberg) angebaut.

Das illyrische Klima in der Südsteiermark zeichnet sich durch eine hohe Luftfeuchtigkeit, relativ hohe Niederschlagsmengen und hohe Temperaturen in der Vegetationsperiode aus. Die mittelschweren Böden (Braunerde mit hohem Tonanteil) im Krenanbaugebiet besitzen eine gute Wasserführung und schaffen somit ideale Wachstumsbedingungen. In Zusammenwirken mit diesen Einflüssen entstand durch jahrzehntelange vegetative Vermehrung (Fechserselektion!) in der Südsteiermark der Steirische Kren g.g.A. mit seinen vorzüglichen Geschmackseigenschaften und seinem charakteristischen Aussehen, welches ihn für Fachleute schon rein optisch von Krenstangen anderer Herkünfte unterscheidbar macht.