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Chocolate Orgániko, Madrid

Es war unglaublich heiß in Alcalá de Henares, der kleinen Universitätsstadt im Osten von Madrid, als wir den Betrieb in diesem Sommer besuchten. Eugenia Pozo Serrano und Carlos Ortíz del Río schien das sehr viel weniger...mehr
 
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Madrid

Der Plaza Mayor in Spaniens Hauptstadt
Das geografische Herz Spaniens ist ein kultureller und kulinarischer Schmelztiegel. Die Menschen aus den verschiedenen Regionen und Kulturen brachten ihre Eßgewohnkeiten mit und kultivierten sie. In Madrid finden Sie Tapasspezialitäten aus ganz Spanien. Lesen Sie mehr in unserem folgenden Beitrag:
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Beschreibung
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Die Tortilla Española - Von der spanischen National Tapa und anderen Kleinigkeiten

Text: Silke-Katinka Feltes

Der Sommer in Madrid ist heiß. Sehr heiß. Wer kann flüchtet ans Meer. Dorthin, wo wenigstens eine laue Brise weht. Die Straßen der spanischen Hauptstadt sind im Sommer zur Mittagszeit oft gespenstisch leer. Nur Touristen drücken sich im Schatten der Hauswände entlang, vom Museo Nacional del Prado zum Centro de Arte Reina Sofia oder vom Plaza Mayor zum Plaza de la Cibeles. Erst gegen Abend kommt wieder Leben in die königliche Stadt, bei Anbruch der Dämmerung machen sich die Madrileñen auf in die Bars und Bodegas. Man isst spät zu Abend in Spanien.

Mucho Marcha - oder Schlafen können Sie ein anderes Mal

In Madrid wird wenig geschlafen. Wenn, dann gerne in der traditionellen Siestazeit, also zwischen 14 und 17 Uhr, wenn es zu heiß ist, um Körper oder Gedanken zu bewegen. Nachts aber, da tobt das Leben. Nicht nur die jungen Schönen (aber die ganz besonders) präsentieren sich auf den Straßen des Ausgehviertels Huertas. 'Mucho marcha' ist heute ein Synonym für das unbändige, vielfältige und endlose Nachtleben der Stadt. Früher gab es eine andere Bedeutung: Ende der 70er Jahre, nach dem Ende der Franco Diktatur, entwickelte sich eine Bewegung, die 'Movida Madrileña', ein kultureller, intellektueller und künstlerischer Aufbruch. Es war eine Zeit, in der alles möglich war, in der die so lange vermisste Freiheit gelebt wurde. Die Stadt hatte damals eine enorme Sogkraft auf Künstler und Bonvivants aller Metiers und aller Länder. Auch heute noch ist diese liebenswert chaotische Stadt viel zu spannend, als dass man den Aufenthalt dort des Nachts schlafend verbringen sollte. Denn jede Nacht ist hier ein Fest. Und das beginnt um Mitternacht herum und endet erst frühmorgens. Schlafen, so meinen die Madrileñen, kann man später, wenn man alt ist. Denn erst wenn die große Liebe gefunden, das Heim und die Familie gegründet, erwacht der Familiensinn im Spanier, davor ist eben Mucho Marcha angesagt.

Eine Kleinigkeit zum Wein

Der Abend beginnt in einer der unzähligen Tapasbars. „Tapas“, das sind kleine Häppchen, eine Art stärkender Imbiss als Begleitung zu einem Glas Wein. Gerne wechselt man nach der ersten zur nächsten Bar, isst dort eine andere Tapa, um dann weiter zu ziehen zur nächsten Köstlichkeit. Für dieses Herumziehen von Bar zu Bar gibt es den Begriff „tapeo“. Das gemütliche Sitzenbleiben in einer Lokalität ist nicht die Sache der Madrilenen. So geht der Abend wunderbar dahin, bis man nach Mitternacht mittendrin ist im berühmt-berüchtigten Nachtleben. Und dann hat man bereits eine gute Grundlage im Magen, um die Nacht durchzumachen.

Das geografische Herz Spaniens war und ist ein kultureller und kulinarischer Schmelztiegel. Die Menschen aus den verschiedenen Regionen und Kulturen brachten ihre Eßgewohnkeiten mit und kultivierten sie. In Madrid finden Sie Tapasspezialitäten aus ganz Spanien, und während auf dem Land pro Bar oft nur eine ausgewählte Speise angeboten wird, gibt es in den hiesigen Bars eine vielfältige und individuelle Auswahl.

Probieren Sie zum Beispiel: Krake aus Galizien (Pulpo a la Gallega – Polbo à feira auf galizisch), Bacalao (Stockfisch) in seinen vielen Spielarten (z.B. Pimientos Rellenos de Bacalao aus Nordspanien) oder Sardellen in Essig eingelegt, Boquerones en Vinagre oder den bekannten Jamon Serrano vom weißen Schwein oder den geschmacklich noch besseren Jamon Iberico vom 'schwarzen Schwein'. Weiterhin natürlich Kartoffeln in scharfer Sauce (Patatas bravas) oder in katalanischer Knoblauchmayonaise (Patata allioli), Pinchos Morunos (marinierte Fleischspießchen), Puntillitas fritas (frittierte Babytintenfischringe), Albondigas (Hackfleischbällchen) Caracoles (Schnecken) en tomate und vieles mehr.

Keine Tapa, aber eine Madrider Eigenart ist der berühmte Kichererbsen- und Gemüseeintopf, die Cocida madrileña, sowie Callos madrileños, Kutteln serviert mit Blutwurst oder Speck und Kichererbsen. In vielen Eckkneipen der Hauptstadt bekommt man heute noch zu jedem bestellten Getränk, unaufgefordert und kostenlos, ein kleines Schälchen mit Knabberzeug. Meist sind es Aceitunas (Oliven), Cacahuetes (Erdnüsse) oder Almendras fritas (in Öl geröstet und gesalzene Mandeln). Dies ist die ursprüngliche Art und Weise Tapas zu servieren. Sobald Tapas bestellt werden können, sind sie nicht mehr kostenlos und in der Regel ein klein wenig größer als die eigentliche Tapa, also eher eine racion (eine Portion).

Das spanische Nationalgericht: Tortilla española

Wir wollen Ihnen die spanischste alle Tapas vorstellen und schmackhaft machen: Die Tortilla espanola oder Tortilla de patatas. Während die in Deutschland so bekannte Paella ein Gericht aus der Region um Valencia ist, wird die Tortilla in ganz Spanien zubereitet. Obwohl sie aus den denkbar einfachsten Zutaten besteht, nur aus Kartoffeln, Eiern und Olivenöl, so schmeckt sie doch in jeder Bar ein wenig anders. Ihre Zubereitung gelingt nicht immer, oft hat sie nicht die richtige Konsistenz und zerbricht, wenn man sie aus der Pfanne heben will. Mit unseren Tips sollte die Zubereitung jedoch kein Problem sein.

Wie immer gilt: Je einfacher das Gericht, je weniger Zutaten auf dem Einkaufszettel, desto besser sollte die Qualität derselbigen sein. Also verwenden Sie bitte für die Tortilla nur bestes Olivenöl, sehr gute Kartoffeln und frische Bioeier.

Heutzutage wird die Tortilla gelegentlich durch Hinzufügen von kulinarischen Zierrat variiert. In Katalonien zum Beispiel wird oft reichlich Knoblauch zugegeben. Wir halten davon nichts und empfehlen die ursprüngliche, sozusagen die Ur-Tortilla, mit ihrem schlichten hausgemachten Geschmack. Eine Tortilla muss einfach sein, sie lebt durch den Eigengeschmack ihrer Zutaten.

Zubereitung der Tortilla española

Die Kartoffeln sollten nicht zu festkochend, andererseits nicht zu mehlig, also stärkehaltig sein. Wir nehmen am liebsten die vielfältige Linda oder die kräftige, tiefgelbe Agria. Neue Kartoffeln sind zu fein für dieses bodenständige Gericht, nehmen Sie ruhig die seit dem Herbst gelagerten, reifen Kartoffeln. Am besten verwenden Sie eine unbeschichtete Eisenpfanne ohne Griff (sie muss später in den Ofen). Die Kartoffeln schälen und in kleine etwa ein Zentimeter große Stücke schneiden. In einer separaten Schüssel mit Olivenöl vermengen. Salzen und in die heiße Pfanne damit. Auf kleiner Flamme, Deckel geschlossen,braten bis sie gar sind. Die Kartoffeln sollten nicht braun werden. Dann die Kartoffeln zurück in die Schüssel. Zuvor in einer anderen Schüssel jede Menge Eier (abhängig von der Größe ihrer Pfanne) mit viel Salz und ein wenig frisch gemahlenen Pfeffer verquirlen. Über die Kartoffeln damit und alles durchmischen. Zurück in die Pfanne. Nun das Ganze in den Ofen und bei mittlerer Hitze backen bis die Tortilla fest ist.

Tortilla wird tagesfrisch, am besten noch lauwarm und in Kuchenstückform, serviert. Und immer mit einem Stück guten, aber trockenem Weißbrot (pane) und auch immer mit einem guten Gläschen Tinto, also spanischem Rotwein dazu. Widerstehen Sie der Versuchung das Ganze mit Gewürzen oder anderem aufzupeppen oder Butter auf das Brot zu schmieren. Eine Tortilla überzeugt durch ihre Einfachheit.

Und nun: Que approveche, wie man in Spanien sagt.

Tapas:

„Tapa“ (vom spanischen Verb tapar) bedeutet soviel wie „Abdeckung, Deckel“. Wann und warum diese spanische Eigenart so populär geworden ist, ist unbekannt. Angeblich legten die Wirte in Spanien früher eine Weißbrotscheibe auf das Weinglas, um das Getränk vor Fliegen zu schützen. Dieser „Deckel“ wurde im Laufe der Jahre mit einer Kleinigkeit, einer Olive oder Sardelle beschwert, später verziert und entwickelte sich weiter zu einer eigenständigen, kunstvollen Speise. Andere Quellen behaupten es könnte auch so gewesen sein: Während einer schweren Krankheit war dem im 13. Jahrhundert lebenden König Alfons X. von Kastillien von seinem Hausarzt Bettruhe verordnet worden. Er sollte zum Wein nur kleine Häppchen zu sich nehmen. Da seine Genesung so gut verlief, befahl der König daraufhin den Wirten seines Landes zum Wein immer eine Kleinigkeit dazu zu servieren.

Quelle Titelbild: Plaza Mayor. Bild Sebastian Dubiel [CC-BY-SA-3.0-de], via Wikimedia Commons

Quelle Landkarte:

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