Pacentro, Italia, Abruzzo, L'Aquila - von Andrea Giusep

Abruzzen

Rund ein Drittel der abruzzesischen Fläche steht unter Naturschutz. Von allen italienischen Regionen haben die Abruzzen den größten Anteil an NaturschutzgebieteAn, darunter das älteste des...
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Abruzzen

Rund ein Drittel der abruzzesischen Fläche steht unter Naturschutz. Von allen italienischen Regionen haben die Abruzzen den größten Anteil an NaturschutzgebieteAn, darunter das älteste des Apennin, der Abruzzesische Nationalpark im Süden.

Im Norden und um die Hauptstadt L'Aquila erstreckt sich der große Gran-Sasso-Nationalpark, etwas weiter im Süden liegt der Maiella-Nationalpark, und im Westen lockt mit unberührter Natur der Regionalpark Sirente-Velino.

Der Nationalpark Gran Sasso, der „Große Fels Italiens“, besteht aus einer wilden Landschaft, geprägt von gezackten Gipfeln, Kämmen und senkrecht abfallenden Wänden. Zum Massiv gehört das Corno Grande, mit 2912 m höchster Gipfel des Apennin. Während die vielen Spitzen der östlichen Seite und die spektakulären, steil aufsteigenden Kalksteinwände dem Massiv einen hochalpinen Aspekt verleihen, erinnert die westliche Seite mit dem Hochplateau Campo Imperatore (ca. 1600 m Höhe) mehr an Landschaften der inneren Mongolei. Daher kommt der Ausdruck „kleines Tibet“. Das Campo Imperatore ist knapp 30 km lang und ca. 8 km breit. Den alpinen Charakter des Gran-Sasso-Massivs unterstreicht auch die Tatsache, dass am Corno Grande der südlichste Gletscher Europas (Calderone) zu finden ist. Weiter im Norden beeindrucken der See Campotosto und das „Tal der hundert Wasserfälle“.

Der Nationalpark Majella umfasst 86.000 Hektar. Das Maiella-Massiv erreicht mit dem Monte Amaro eine Höhe von 2795 m. Die Hänge sind reich an Wäldern und Wasserquellen und im Sommer sattgrün. Die Maiella besteht aus Kalkstein. Man kann 61 Gipfel zählen. Die meisten von ihnen sind einfach zu besteigen. Mit über 1800 unterschiedliche Pflanzen ist dies ein Paradies für Gebirgsbotaniker aus aller Welt. Im Frühling gibt es eine entsprechende Blütenpracht zu bewundern.

In den letzten Jahren ist der Apenninwolf (Canis lupus italicus) wieder häufiger hier anzutreffen. Dieser wurde in den 70er Jahren zum ersten Mal in Europa mit einem vorbildlichen Projekt in die Abruzzen wieder eingeführt und unter Schutz gestellt. Auch der Braunbär (Ursus arctus marsicanus), der Königsadler sowie Gämsen und der Wanderfalke sind wieder anzutreffen. Fischotter, die als Bioindikatoren für intakte Ökosysteme dienen, sind hier heimisch.

Der Regionalpark Sirente-Velino wird von zwei gleichnamigen Bergmassiven gebildet und liegt westlich des Gran Sasso im Landesinneren. Das Klima ist kontinentaler, da die zwei Meere (Adria und Tyrrhenum) weiter entfernt liegen. Daher sind die Winter kälter als in den anderen Parks. Die Gipfel bleiben häufig bis in den späten Frühling hinein schneebedeckt. Auch hier bieten die steilen Wände des Sirente Schluchten (Gole di Celano), Plateaus und interessante Karstformationen (Höhlen von Stiffe) zahlreiche Exkursionsmöglichkeiten. Die geschützte Lage des Gebirges hat an vielen Orten die Zeit stillstehen lassen. So gibt es eine Reihe von Dörfern und kleinen Städtchen mit Türmen und Schlössern, die unbeschadet die letzten Jahrhunderte überstanden haben. In den letzten zehn Jahren ist der Tourismus in der Region im Aufwind. Einige Landstriche im Landesinneren, die reich an Schlössern, Burgen und Kastellen sind, haben den Spitznamen „Abruzzoshire“ (in Anlehnung an das „Chiantishire“) verdient. Im Vergleich zu anderen, touristischeren Regionen Italiens sind die Abruzzen immer noch ein Geheimtipp.

Die Landwirtschaft spielt eher eine Nebenrolle, bzw. ist stark modernisiert worden und bietet qualitativ hochwertige Produkte für eine schmale Klientel. Die steilen Hänge des Berglandes der Abruzzen bieten seit Jahrhunderten Weideland für Schafe. Die Weidekultur hat bis zum 17./18. Jahrhundert zum Wohlstand der Bergregion beigetragen. Heute spielt sie eine untergeordenete Rolle. Des Weiteren ist die Region ein traditionelles Weinanbaugebiet (Montepulciano d’Abruzzo) und ein wichtiger Lieferant eines der qualitativ hochwertigsten Olivenöle Italiens (insbesondere aus den Ortschaften San Giovanni Theatino und Moscufo).

Küche & Spezialitäten der Abruzzen

Die abruzzesische Küche vereinigt oft in einem Gericht den Geschmack des Meeres und der Berge („Mare e Monti“). So sind hier Kombinationen von Meeres- bspw. mit Hülsenfrüchten in Form u.a. von Suppen und Eintöpfen nicht selten anzutreffen. Aber vor allem die Frische der Produkte (meistens aus Eigenproduktion) charakterisiert die abruzzesische Küche als eine unverfälschte und schmackhafte Gaumenfreude.

Die Abruzzen sind das Reich des Peperoncinos, des Safrans und - wenn auch in geringeren Maße – der Trüffel. Vor allem der Peperoncino spielt in der lokalen Küche eine zentrale Rolle. Traditionell wird ein Sugo mit Tomaten, Bauchspeck, Peperoncino und Pecorino zubereitet. Eine weitere Spezialität sind kleine Spieße aus Lamm (Arrosticini), welche auf einem eigens für diese Spieße gefertigten Grill zubereitet werden. Berühmt sind auch die Teigwaren der Abruzzen. Die Nudeln werden traditionell von Hand hergestellt und sind von hoher Qualität. Eines der Regionalgerichte sind die „Maccheroni alle Chitarra“, die mit dem so genannten Gitarrenholz, ähnlich einer Zither oder einem Webrahmen, hergestellt werden. Eine besondere Stellung nehmen die Wurstwaren ein, wie z. B. die „Ventricina“.

 

Rund ein Drittel der abruzzesischen Fläche steht unter Naturschutz. Von allen italienischen Regionen haben die Abruzzen den größten Anteil an NaturschutzgebieteAn, darunter das älteste des Apennin, der Abruzzesische Nationalpark im Süden.

Im Norden und um die Hauptstadt L'Aquila erstreckt sich der große Gran-Sasso-Nationalpark, etwas weiter im Süden liegt der Maiella-Nationalpark, und im Westen lockt mit unberührter Natur der Regionalpark Sirente-Velino.

Der Nationalpark Gran Sasso, der „Große Fels Italiens“, besteht aus einer wilden Landschaft, geprägt von gezackten Gipfeln, Kämmen und senkrecht abfallenden Wänden. Zum Massiv gehört das Corno Grande, mit 2912 m höchster Gipfel des Apennin. Während die vielen Spitzen der östlichen Seite und die spektakulären, steil aufsteigenden Kalksteinwände dem Massiv einen hochalpinen Aspekt verleihen, erinnert die westliche Seite mit dem Hochplateau Campo Imperatore (ca. 1600 m Höhe) mehr an Landschaften der inneren Mongolei. Daher kommt der Ausdruck „kleines Tibet“. Das Campo Imperatore ist knapp 30 km lang und ca. 8 km breit. Den alpinen Charakter des Gran-Sasso-Massivs unterstreicht auch die Tatsache, dass am Corno Grande der südlichste Gletscher Europas (Calderone) zu finden ist. Weiter im Norden beeindrucken der See Campotosto und das „Tal der hundert Wasserfälle“.

Der Nationalpark Majella umfasst 86.000 Hektar. Das Maiella-Massiv erreicht mit dem Monte Amaro eine Höhe von 2795 m. Die Hänge sind reich an Wäldern und Wasserquellen und im Sommer sattgrün. Die Maiella besteht aus Kalkstein. Man kann 61 Gipfel zählen. Die meisten von ihnen sind einfach zu besteigen. Mit über 1800 unterschiedliche Pflanzen ist dies ein Paradies für Gebirgsbotaniker aus aller Welt. Im Frühling gibt es eine entsprechende Blütenpracht zu bewundern.

In den letzten Jahren ist der Apenninwolf (Canis lupus italicus) wieder häufiger hier anzutreffen. Dieser wurde in den 70er Jahren zum ersten Mal in Europa mit einem vorbildlichen Projekt in die Abruzzen wieder eingeführt und unter Schutz gestellt. Auch der Braunbär (Ursus arctus marsicanus), der Königsadler sowie Gämsen und der Wanderfalke sind wieder anzutreffen. Fischotter, die als Bioindikatoren für intakte Ökosysteme dienen, sind hier heimisch.

Der Regionalpark Sirente-Velino wird von zwei gleichnamigen Bergmassiven gebildet und liegt westlich des Gran Sasso im Landesinneren. Das Klima ist kontinentaler, da die zwei Meere (Adria und Tyrrhenum) weiter entfernt liegen. Daher sind die Winter kälter als in den anderen Parks. Die Gipfel bleiben häufig bis in den späten Frühling hinein schneebedeckt. Auch hier bieten die steilen Wände des Sirente Schluchten (Gole di Celano), Plateaus und interessante Karstformationen (Höhlen von Stiffe) zahlreiche Exkursionsmöglichkeiten. Die geschützte Lage des Gebirges hat an vielen Orten die Zeit stillstehen lassen. So gibt es eine Reihe von Dörfern und kleinen Städtchen mit Türmen und Schlössern, die unbeschadet die letzten Jahrhunderte überstanden haben. In den letzten zehn Jahren ist der Tourismus in der Region im Aufwind. Einige Landstriche im Landesinneren, die reich an Schlössern, Burgen und Kastellen sind, haben den Spitznamen „Abruzzoshire“ (in Anlehnung an das „Chiantishire“) verdient. Im Vergleich zu anderen, touristischeren Regionen Italiens sind die Abruzzen immer noch ein Geheimtipp.

Die Landwirtschaft spielt eher eine Nebenrolle, bzw. ist stark modernisiert worden und bietet qualitativ hochwertige Produkte für eine schmale Klientel. Die steilen Hänge des Berglandes der Abruzzen bieten seit Jahrhunderten Weideland für Schafe. Die Weidekultur hat bis zum 17./18. Jahrhundert zum Wohlstand der Bergregion beigetragen. Heute spielt sie eine untergeordenete Rolle. Des Weiteren ist die Region ein traditionelles Weinanbaugebiet (Montepulciano d’Abruzzo) und ein wichtiger Lieferant eines der qualitativ hochwertigsten Olivenöle Italiens (insbesondere aus den Ortschaften San Giovanni Theatino und Moscufo).

Küche & Spezialitäten der Abruzzen

Die abruzzesische Küche vereinigt oft in einem Gericht den Geschmack des Meeres und der Berge („Mare e Monti“). So sind hier Kombinationen von Meeres- bspw. mit Hülsenfrüchten in Form u.a. von Suppen und Eintöpfen nicht selten anzutreffen. Aber vor allem die Frische der Produkte (meistens aus Eigenproduktion) charakterisiert die abruzzesische Küche als eine unverfälschte und schmackhafte Gaumenfreude.

Die Abruzzen sind das Reich des Peperoncinos, des Safrans und - wenn auch in geringeren Maße – der Trüffel. Vor allem der Peperoncino spielt in der lokalen Küche eine zentrale Rolle. Traditionell wird ein Sugo mit Tomaten, Bauchspeck, Peperoncino und Pecorino zubereitet. Eine weitere Spezialität sind kleine Spieße aus Lamm (Arrosticini), welche auf einem eigens für diese Spieße gefertigten Grill zubereitet werden. Berühmt sind auch die Teigwaren der Abruzzen. Die Nudeln werden traditionell von Hand hergestellt und sind von hoher Qualität. Eines der Regionalgerichte sind die „Maccheroni alle Chitarra“, die mit dem so genannten Gitarrenholz, ähnlich einer Zither oder einem Webrahmen, hergestellt werden. Eine besondere Stellung nehmen die Wurstwaren ein, wie z. B. die „Ventricina“.

 

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